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Berliner Morgenpost
Für August «Chaostage» in Cottbus angedroht
12.07.2001
gel/dpa Cottbus - Die Stadt Cottbus bereitet sich derzeit darauf vor, Anfang August möglicherweise unfreiwilliger Austragungsort der «Chaos-Tage» zu werden. Wie der Sprecher der Stadtverwaltung, Peter Lewandrowski, gestern mitteilte, gebe es bereits zahlreiche Aufrufe und Einladungen zu dem berüchtigten Punkertreffen, die von der einschlägigen Szene im Internet verbreitet würden. Bei den Chaos-Tagen, die damit zum ersten Mal in Ostdeutschland ausgetragen würden, gab es in der Vergangenheit vor allem in Hannover wiederholt Ausschreitungen.
In einer Umfrage im Internet können sich Besucher zwischen den Austragungsorten Dortmund, Cottbus und dem «traditionellen» Hannover entscheiden, wobei Cottbus derzeit hinter Dortmund an zweiter Stelle liegt. Nach Auskunft von Lewandrowski sind im Netz außerdem zahlreiche anonyme Flugblätter abgebildet, die unter anderem zur «gigantischsten Punkfete aller Zeiten» vom 3. bis 5. August «einladen».
Auch die Cottbuser Polizei nimmt diese Aufrufe sehr ernst. Bislang lägen aber keine genauen Erkenntnisse vor, so ein Sprecher. Lewandrowski zufolge wollen die zuständigen Fachleute der Stadt auch mit den Kollegen in Hannover über deren Erfahrungen mit den «Chaos-Tagen» sprechen. Zudem, so der Stadtsprecher, könne Cottbus' Sicherheitsbeauftragte von Erfahrungen bei großen Sportveranstaltungen profitieren.
Im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Hannover eine Neuauflage der «Chaos-Tage» verhindert, deren Wurzeln zurück in das Jahr 1982 gehen. In der Vergangenheit hatten Punker wiederholt am ersten Augustwochenende in der niedersächsischen Landeshauptstadt randaliert. Zum gewalttätigen Höhepunkt kam es bei den «Chaos-Tagen» 1995: Bei mehrtägigen schweren Straßenschlachten zwischen mehr als 1500 aus ganz Deutschland angereisten Punkern und der Polizei waren ungefähr 240 Polizisten und 200 Punker verletzt worden.
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